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Dubai erleichtert Freezone-Unternehmen die Expansion in das Staatsgebiet

Bisher waren Unternehmen, die in einer der zahlreichen Freezones Dubais registriert sind, in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit in der Regel auf diese Zonen beschränkt. Die neue Resolution beseitigt nun viele dieser Hürden, indem sie es Freezone-Unternehmen explizit erlaubt, ihre Dienstleistungen und Produkte auch auf dem Staatsgebiet von Dubai anzubieten. Dies unterliegt jedoch bestimmten regulatorischen Anforderungen, insbesondere der Notwendigkeit, entsprechende Lizenzen oder Genehmigungen von der Dubai Department of Economy and Tourism (DET) zu erhalten.

I. Dubai erleichtert Freezone-Unternehmen die Expansion in das Staatsgebiet

Mit der Verabschiedung der Executive Council Resolution No. (11) of 2025 setzt Dubai einen bedeutenden regulatorischen Meilenstein, der darauf abzielt, Freezone-Unternehmen die Expansion innerhalb des Emirats zu erleichtern. Diese neue Regelung steht im Einklang mit der Dubai Economic Agenda (D33), die unter anderem das Ziel verfolgt, Dubais Wirtschaft bis zum Jahr 2033 zu verdoppeln und die Stadt als eine der weltweit drei führenden Wirtschaftsmetropolen zu etablieren. Die Resolution schafft klare rechtliche Rahmenbedingungen für Unternehmen, die in Freezones registriert sind, aber auch außerhalb ihrer bisherigen, geografisch begrenzten Zonen operieren möchten.

II. Erweiterte Möglichkeiten für Freezone-Unternehmen

Bisher waren Unternehmen, die in einer der zahlreichen Freezones Dubais registriert sind, in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit in der Regel auf diese Zonen beschränkt. Zwar gab es in der Vergangenheit Möglichkeiten, mit bestimmten Genehmigungen eingeschränkte Aktivitäten auch außerhalb der Freezone durchzuführen, doch dieser Prozess war oft komplex und mit erheblichen administrativen Hürden verbunden. Die neue Resolution beseitigt nun viele dieser Hürden, indem sie es Freezone-Unternehmen explizit erlaubt, ihre Dienstleistungen und Produkte auch auf dem Staatsgebiet von Dubai anzubieten. Dies unterliegt jedoch bestimmten regulatorischen Anforderungen, insbesondere der Notwendigkeit, entsprechende Lizenzen oder Genehmigungen von der Dubai Department of Economy and Tourism (DET) zu erhalten.

III. Lizenzierung und Genehmigungspflichten

Freezone-Unternehmen, die ihre Tätigkeit auf das Festland von Dubai ausdehnen möchten, haben gemäß der neuen Resolution mehrere Möglichkeiten:

  • Gründung einer Niederlassung (Branch License): Unternehmen können eine Zweigniederlassung auf dem Festland von Dubai errichten, die als rechtlich abhängige Einheit der Hauptgesellschaft in der Freezone agiert.
  • Nutzung eines Hauptsitzes mit erweiterter Festland-Präsenz (Headquarters Branch License): Diese Option erlaubt es Unternehmen, ihren Hauptsitz in der Freezone zu behalten, während sie zugleich eine genehmigte Zweigstelle auf dem Festland betreiben.
  • Erwerb einer Aktivitäten-spezifischen Genehmigung: Falls ein Unternehmen keine vollständige Niederlassung auf dem Festland errichten möchte, aber dennoch bestimmte Dienstleistungen dort erbringen will, kann eine spezielle Genehmigung für bestimmte Aktivitäten beantragt werden.

Alle erteilten Lizenzen und Genehmigungen haben eine Gültigkeitsdauer von einem Jahr und können jährlich verlängert werden. Unternehmen müssen zudem weiterhin ihre Freezone-Lizenz aufrechterhalten, um berechtigt zu bleiben, außerhalb ihrer registrierten Zone zu operieren.

IV. Regulatorische und steuerliche Implikationen

Unternehmen, die auf Grundlage der neuen Resolution in Dubai operieren, unterliegen den regulatorischen Anforderungen sowohl der Freezone-Behörden als auch der Dubai Department of Economy and Tourism (DET). Insbesondere gilt es, die steuerlichen Vorschriften zu beachten:

  • Umsatzsteuer (VAT): Unternehmen, die Dienstleistungen oder Waren an Kunden auf dem Festland erbringen, könnten der 5%igen Mehrwertsteuer (VAT) unterliegen, sofern keine Befreiung greift.
  • Körperschaftsteuer: Unternehmen, die auf dem Festland von Dubai tätig werden, könnten in den Anwendungsbereich der Körperschaftsteuer (Corporate Tax) fallen, insbesondere wenn sie dort eine physische Präsenz in Form einer Niederlassung haben.
  • Buchführungspflichten: Es wird vorgeschrieben, dass Freezone-Unternehmen, die auf dem Festland operieren, ihre Finanzberichte getrennt führen, um eine klare Abgrenzung zwischen Freezone- und Festland-Aktivitäten zu gewährleisten.
  • Einschränkungen und Ausnahmen

Nicht alle Freezone-Unternehmen sind von der neuen Regelung erfasst. Finanzinstitute, die in der Dubai International Financial Centre (DIFC) registriert sind, sind von der Möglichkeit ausgeschlossen, unter dieser Resolution eine Festland-Niederlassung zu betreiben. Stattdessen gelten für sie weiterhin die spezifischen Regularien des DIFC.

V. Fristen und Umsetzungszeitraum

Bestehende Freezone-Unternehmen, die bereits außerhalb ihrer Zone operieren, müssen ihre Geschäftspraktiken innerhalb eines Jahres ab Inkrafttreten der Resolution an die neuen Vorschriften anpassen. Falls erforderlich, kann der Generaldirektor der DET diesen Zeitraum um ein weiteres Jahr verlängern.

VI. Strategische Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Dubai

Die Verabschiedung dieses Beschlusses stellt einen weiteren bedeutenden Schritt in Dubais wirtschaftlicher Transformation dar. Die Möglichkeit für Freezone-Unternehmen, auf dem Staatsgebiet zu operieren, wird voraussichtlich die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt weiter steigern, neue Investoren anziehen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen. Diese Entwicklung steht in direktem Einklang mit den langfristigen wirtschaftlichen Zielen Dubais und bestätigt den Status des Emirats als führenden globalen Wirtschaftsstandort.

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